Helsinki City Museum: Gebrochene Herzen und Zeitreisen

(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Broken Relationships(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Gehts eigentlich noch poetischer? Ein Museum für zerbrochene Verbindungen, verflossene Liebschaften, abgerissene Bande. Ein Museum für kleine Erinnerungsstücke, die man nicht wegwerfen kann, weil sie einen an etwas erinnern, was mal schön und kostbar war. Kennst du das auch? Hast du auch solche kleinen Erinnerungen?

Heute öffnet das neue Helsinki City Museum!

HELSINKI CITY MUSEUM

Helsinki City Museum (Foto/Kuva: Marko Huttunen)Das neue Helsinki City Museum zeigt die Ausstellung „Broken Relationships“ ab Freitag 13. Mai 2016 in dem neugestalteten Museumskomplex. Fünf alte Gebäude wurden gründlich renoviert und auf moderne Art erweitert – ganz zentral im Tori (= Markt) Viertel am Senatsplatz. Alte historische Häuser und drei Innenhöfe, die jetzt erstmals der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Hinzu kommt noch ein Neubau.

„Wir wollten ein Gesamterlebnis schaffen, dass bereits auf der Straße beginnt,“ erzählt die Direktorin des Museums Tiina Merisalo. „Über die Höfe gelangt man in alle Innenräume. Der Zugang ist immer kostenlos, so haben wir das ganze Museum entworfen.“

REISE IN DIE VERGANGENHEIT

Das Museum will Einblick geben in das tägliche Leben in Helsinki in der Vergangenheit. Das beginnt schon im Eingangsbereich mit Einrichtungsgegenständen früherer Jahrzehnte – Sofas aus der Zeit des Jugendstils bis in die 90-er Jahre, als es noch Gameboy und Kassettenrekorder gab – die verschiedenen Phasen der Zeit werden bunt durcheinander gewürfelt und schaffen so auch zugleich neue Bezüge zueinander.

Logo Helsinki City Museum (Foto: Angel Gil)

Helsinki City Museum (Foto: Angel Gil)

HELSINKI BITES

Die aktuelle Ausstellung Helsinki Bites ist eine Zeitreise in das Helsinki des vergangenen Jahrhunderts. Da kann man ausprobieren, wie hart ein Stahlbett in den 50-er Jahren war oder auf einer Straße der 30-er Jahre flanieren oder auch in einer stilechten Bar aus den 70-er Jahren die damals angesagtesten Songs auf einer Jukebox hören. Die Auswahl dieser Lieder wurde übrigens bei einer Abstimmung vor wenigen Monaten von Helsinkis Bürgern selbst bestimmt.

Foto/Kuva: Maija Astikainen

Foto/Kuva: Maija Astikainen

Eine Zeitmaschine erweckt Fotos zum Leben. Dank neuester Technologie werden die Straßen Helsinkis vor 60 Jahren noch einmal erlebbar – inklusive Animation, Geräuschen und ganz in 3D.

KINDERSTADT

(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Im Kindermuseum können die Kleinsten die Vergangenheit spielerisch entdecken.

Sie können sich wahlweise in Großmutters Haus aus den 70-er Jahren, in einer alten Grundschulklasse oder auch im neuen Marine Spiel austoben.

Zum Verschnaufen gibt es sogar eine Ruheecke für die jüngsten Besucher.

BROKEN RELATIONSHIPS

Jetzt aber noch mal zur Frage: wohin mit den kleinen Erinnerungsschnipseln, Gegenständen, Fundstücken, die einen an Schmerzhaftes erinnern. Die man eigentlich gerne loswerden möchte, aber doch nicht wegwerfen kann. „Broken Relationships“ ist die Lösung.

(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Broken Relationships(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Geschichten und Gegenstände über in-die-Brüche-gegangenes wurden in den vergangenen Monaten in Helsinki gesammelt. Ein Teil davon wird in der Ausstellung zu sehen sein, der andere Teil online auf brokenships. Anonym gespendete Gegenstände mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Ausgestellt in einem Museum. Symbole für bittere, schmerzhafte Erfahrungen und Erinnerungen, die liebevoll auf einen Sockel platziert werden. Sehr persönliche Geschichten, die einen berühren. Mit teils sehr poetischen Texten versehen.

 Foto/Kuva: Maija Astikainen

Foto/Kuva: Maija Astikainen

Etwa das Brautkleid aus Espoo mit diesem Text dazu: „Er war meine erste Liebe. Er war mein bester Freund. Er war mein Mann. Er war, was mir fehlte. Ich war es, was ihm fehlte. Ich wollte eine gemeinsame Zukunft. Unsere Zukunft. Er entwarf seine eigene.“
Oder auch ein 5-Cent-Stück oder eine grüne Schüssel. Allesamt Gegenstände, die von Verlassen-werden, von Verlorenem oder von gebrochenen Herzen erzählen.

Die Ausstellung war zuvor bereits in Berlin, London und anderen Städten zu sehen und in jeder Stadt kommen neue Erinnerungsstücke dazu. Hier nun also die finnischen gebrochenen Herzen.

24 STUNDEN

Wer sich von dieser geballten Erfahrung an getrockneten Tränen erholen will, kann das im Museumscafé tun. Einen Museumsshop gibt es natürlich auch. Der Eintritt zum Museum ist kostenlos. Und zur Eröffnung ist das Museum gleich mal 24 Stunden nonstop geöffnet – auch die ganze Nacht über.

Helsinki City Museum(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

Helsinki City Museum(Foto/Kuva: Maija Astikainen)

LINKS:

http://www.helsinginkaupunginmuseo.fi/

http://brokenships.fi

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3 Kommentare zu Helsinki City Museum: Gebrochene Herzen und Zeitreisen

  1. Arctica sagt:

    Schade, dass ich mit fetter Erkältung auf dem Sofa liege, sonst hätte ich da jetzt gleich mal vorbeigeschaut… aber gut zu wissen, dass es auf Dauer kostenlos ist =)

  2. Danke Dir für diesen Tipp! Nach diversen Helsinki Besuchen und einer längeren Finnland-Pause werden wir die Stadt in diesem Sommer wieder mit der Familie besuchen, und in dieses Museum möchte ich auf jeden Fall gehen!
    Grüße,
    Maria

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