Eigener Zauber: Nordkarelien

Pohjois-Karjala hat seinen ganz eigenen Zauber.

Karelien, das sagenumwobene Grenzland zwischen Finnland und Russland. Obgleich im rauen Norden gelegen, gehört es zu den ältesten Kulturlandschaften auf dem Kontinent und hat eine bewegte Geschichte.

Nordkarelien: Der Pielinen-See

Der Pielinen-See gehört zu den größten Seen Finnlands – und doch ist er so still. Ganz still. Nur ab und zu ein „blubb“ von einem Fisch. Sonst nix. Gar nichts.  Er liegt, nein er ist einfach nur da.

Fast 900 Quadratkilometer groß – mit rund 2.000 Inseln – unfassbar fürs menschliche Auge. Ebenso wie diese unendlichen Wälder – weit und unberührt.

Ruhe und Einsamkeit findet man hier fast nebenbei.

Sprach ich schon von den vielen Wäldern und dem vielen Wasser?

Nordkarelien - Finnland 2013 (copyright: Tarja Prüss)

Es ist verständlich, dass die Leute hierzulande ihre Landschaft lieben, sagte schon Bertold Brecht. Sie ist so sehr reich und zeigt Grosses gemischt … Und welch eine Musik füllt diesen heiteren Himmel! Beinahe unaufhörlich geht Wind, und da er auf viele verschiedene Pflanzen trifft, Gräser, Korn, Gesträuche und Wälder, entsteht ein sanfter, an- und abschwellender Wohlklang, der kaum mehr wahrgenommen wird und dennoch immer da ist.

Das ursprüngliche Karelien ist heute geteilt: in einen finnischen und einen russischen Teil. Die Linie zwischen Ost und West wurden in vielen Kriegen immer neu formuliert.

Nordkarelien: mystisch und mythisch

Karelien ist auch mystisch und mythisch für die Finnen: es ist das Land der uralten Gesänge der „Kalevala“, das Nationalepos der Finnen.

Der karelische Tourismusverband beschreibt es so:

Karelien ist ein Land, in dem der Mensch die Natur und die Kräfte der Natur respektiert. Für ihn bedeutet die Natur eine Quelle der Lebensfreude und der Lebenskraft. Wenn Sie in der karelischen Wildmark wandern, sind Sie eins mit der Natur. Die Natur diktiert die Bedingungen, der Mensch muss sich fügen, wie es einst war. In Karelien sind Sie im Land der Abenteuer.

Mein Abenteuer besteht derzeit darin, der einzige Gast des Hotels zu sein, das sechs Kilometer von der Haupstraße entfernt liegt, mitten im Wald, nur über eine Schotterstraße erreichbar, dafür aber sehr nah am Pielinen.

Das hat den großen Vorteil, dass man sich morgens am Frühstücksbuffet nicht anstellen muss und die Sauna am Abend ganz sicher ganz für sich allein hat.

Und im Moment bin ich -glaub ich- überhaupt die einzige hier. Seit Stunden höre ich gar keine Geräusche mehr von außen, meine eigenen wirken dadurch nur noch lauter.

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2 Kommentare zu Eigener Zauber: Nordkarelien

  1. Frau MO sagt:

    Irre und unvorstelbar… Vor allem, dass ein See fast keine Geräusche von sich gibt, ist irgendwie gespenstisch. Hast Du keine Angst so alleine? Da gibt es doch bestimmt auch fremde wilde Tiere, bei denen man nicht weiß, ob sie Vegetarier sind und das auch selber wissen…

    Hut ab für Deinen Mut!! Und bitte die Kamera nicht ins Wasser fallen lassen… 🙂

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