Finnische Performance in Oulu: Eine Handvoll Sterne

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss

„Tähtikämmen“ - Eine Handvoll Sterne

Dies ist eine Geschichte über die Suche nach Verbundenheit und das Finden des Gleichgewichts.

Unser Nachbar hat uns eingeladen, zu seiner Performance zu kommen. Im Valve, dem Kulturzentrum in Oulus Zentrum. Viel mehr will er über die rituelle Performance nicht verraten – nur so viel: Er hatte schon als Kind gerne getanzt. Später kam Akrobatik hinzu – und nun habe er beides kombiniert und werde gemeinsam mit seiner Partnerin ein Stück mit Musik aufführen, 40 Minuten ungefähr.

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss

Rituelle Performance im Valve in Oulu

Der Vorführungssaaal im Valve ist dunkel – auf der Bühne eine Großleinwand, in der man finnischen Wald sieht, Blätter im Frühling, die sich hin und herwiegen. Ein friedlicher Anblick.

Die Sitzbänke sind wie in einem Auditorium angeordnet, von jedem Platz aus kann man gut auf die Bühne sehen. Eine Frau beginnt zu singen, Klänge, Töne, Vokale, sphärisch, feinsinnig, fast wie Naturgeräusche, wobei streng genommen, wenn wir Teil der Natur sind, sind es ja auch Naturgeräusche, Klänge.

Vili, unser Nachbar, tanzt. Erzählt wird eine Geschichte, in die jeder seine eigenen Empfindungen und  Erfahrungen hineinprojizieren kann. Gemeinsam begeben wir uns auf eine Reise entlang des Weltbaumes oder Weltenbaumes, der in der finnischen Mythologie eine große Bedeutung hat. In alter Zeit waren Bäume heilig und wurden auf vielfältige Weise verehrt. Schon im Kalevala kommt der Weltbaum vor – in Form einer großen Eiche, die die Wohnstätten der Lebenden und der Toten miteinander verband. Auch die Birke kommt in den nordischen Ländern als Weltenbaum vor: Das Wurzelwerk spiegelt die vergangene Zeit wider. Der Stamm symbolisiert die Gegenwart und die Baumkrone die Zukunft.

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss
Anniina Haapalainen und Vili Vornanen

Tanz und Akrobatik verschmelzen

Doch in der Performance in Oulu geht es nicht um die Baumart, sondern um mehr. In der Performance verschmelzen Tanz, Akrobatik, Gesang und Videokunst und zu etwas ganz Neuem. Auf der Leinwand wechselt der Wald, die Jahreszeiten, das Licht, einmal regnet es sogar.

In der Geschichte, wie ich sie an diesem Abend wahrnehme, kommt ein Waldwesen (vielleicht ein streunender Fuchs), erforscht den Baumfäller und er das Waldwesen – sie nähern sich an, tanzen, schweben, erleben den Wald mit allen Sinnen und durch alle Gezeiten und Welten – bis das Waldwesen – oder ist es Wald selbst – verletzt wird vom Menschen – vielleicht nicht einmal mit grober Absicht, aber eben doch. Das Waldwesen zieht sich zurück, es braucht Zeit zum Heilen, man hört jeden Regentropfen, der im Wald auf die Blätter fällt. Erst nach seiner Genesung finden beide wieder zusammen – und gemeinsam das Licht. Das Licht des Lebens, oder der Polarstern – Heimat der Seele. Oder sind es Polarlichter bzw das Fuchsfeuer und das Waldwesen ist ein Polarfuchs?

Wir wissen es nicht – und es ist auch nicht wichtig. Entscheidend scheint, dass uns der Tanz bewegt, die Akrobatik staunen lässt, die Töne und Bilder ins Herz wandern – die Performance ist leise, emotional und sehr professionell. Die Musik und der Gesang von Ehea Kunelius-Laukkanen, die schon bei Voice of Finland mitgemacht hat, ist zart, sphärisch und universell. Wie synchron und in Harmonie Anniina Haapalainen und Vili Vornanen tanzen, ist sinnlich, poetisch und sehr feinfühlig. Die Darbietung gibt uns zugleich Gelegenheit, über die Bedeutung des Lebens nachzudenken, über unsere Beziehung zur Natur und zum Wald im Besonderen. Und genauso, wie die Figuren auf der Bühne sich hin- und herwiegen und immer wieder neu das Gleichgewicht suchen, sich ausbalancieren, neue Figuren entstehen und vergehen, können wir wieder mit uns und mit der Natur ins Gleichgewicht kommen. Und vielleicht auch im Sinne des Weltbaumes: uns über unsere Wurzeln klar werden, die Kraft des Stammes spüren und entdecken, wohin sich die Krone streckt.

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss
Rituelle Performance in Oulu

Performance in Oulu: Subkultur-Hauptstadt

Die Performance ist nicht Teil des offiziellen Programms Oulu2026, sondern ist in Zusammenarbeit mit dem Tähtisirkus Oulu, dem Kulturzentrum Valve und AKPK entstanden. AKPK steht für die Subkultur-Hauptstadt 2026 und ist eine Hommage an die Underground-Szene von Oulu und die vielfältige Do-it-yourself-Bewegung. Ihr Motto: „Wir würdigen Kulturräume, Kollektive und Kulturschaffende so, wie sie es verdienen, stärken die eigeninitiierte Kreativität und gestalten gemeinsam eine Stadt, in der jeder Raum zum Atmen hat.“

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss

Du bist der Wald, du bist beschützt

Im Eingangsbereich findet sich ein Zettel an der Tür „Du bist der Wald, du bist beschützt“. Ein weiterer Hinweis, was alles in der Performance steckt. In Finnland ist der Wald nicht bedrohlich – so wie in vielen deutschen Märchen.

Der Wald ist unser Freund – man denke nur an all die guten Dinge, die er für uns tut. Er liefert Nahrung, Baustoff, Schutz, Wärme, Gesundheit und Entspannung. Doch das ist eine neue Geschichte.

Tähtikämmen

Darsteller und Choreografie: Anniina Haapalainen und Vili Vornanen

Klangwelt und Gesang: Ehea Kunelius-Laukkanen

Videokunst: Tapio Kinnunen

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss

Interview mit Anniina und Vili

Anniina und Vili arbeiten seit zwei Jahren zusammen, kennen sich aber schon viel länger. Ein paar Tage nach der Performance hatte ich die Gelegenheit, mit ihnen zu sprechen.

Vili:
Jeden Dienstag trainieren wir. Mit der Zeit entstand bei mir der Wunsch, Akrobatik und Tanz miteinander zu verbinden. Und irgendwann dachte ich, dass sie dafür wahrscheinlich eine wirklich gute Partnerin wäre. Also haben wir angefangen, darüber zu sprechen – und dann haben sich unsere Vorstellungen immer mehr angenähert.

Anniina:
Wir haben damit aber nicht angefangen, um daraus eine Aufführung zu machen. Die Idee kam erst viel später. Anfangs haben wir es einfach nur zum Spaß gemacht. Eigentlich machen wir es immer noch nur zum Spaß.

Vili:
Ja. Und wir haben vereinbart: Sobald es keinen Spaß mehr macht, hören wir auf. Dann ist es Zeit, darüber nachzudenken, weniger zu machen oder etwas anderes zu tun. Aber solange es Spaß macht, machen wir weiter.

Frage:
Wie entstand dann die Idee für diese Aufführung?

Anniina:
Ich würde sagen, sie entstand aus vielen verschiedenen Teilen und Aspekten. Meine Geschichte mit den Bäumen begann vielleicht vor sieben Jahren. Deshalb spielt der Baum auch in unserer Aufführung eine so wichtige Rolle.

Es war Mittsommer, bei einem Sommersonnenwend-Festival in Lappland. Ich war mit Freunden dort, wir waren draußen in den Fjells unterwegs, und da lag  Stamm. Er war eingeschnitten und lag oder stand irgendwie schräg da. Ich hatte plötzlich die Idee, darauf entlangzulaufen. Ich bin oft heruntergefallen, weil der Stamm sehr wackelig war. Aber als ich schließlich am Ende angekommen war und dort meinen Gleichgewichtspunkt gefunden hatte, war das ein unglaubliches Gefühl. Ich dachte: Wow, ich selbst habe dieses Gleichgewicht hergestellt. Es fühlte sich an, als hätte ich meine Füße ganz neu entdeckt.

Es war für mich eine sehr intensive Erfahrung: herauszufinden, was es bedeutet, genau in diesem Moment im Gleichgewicht zu sein. Denn man muss vollkommen präsent sein. Sobald ich anfing, an etwas anderes zu denken, fiel ich herunter. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Danach begann meine Reise mit dem Balancieren auf Bäumen und im Wald. Ich tanzte auf ihnen und machte einfach alles, was mir dort in den Sinn kam. So begann eigentlich meine Verbindung zu den Bäumen.

Später entwickelte ich eine Art Vision von einem Stern. Wir haben das schließlich in der Aufführung aufgegriffen: nach dem Stern zu greifen. Ich begann, diese Idee weiterzuentwickeln. Allmählich wurde daraus die Vorstellung einer Performance und zugleich eines Rituals – unsere Aufführung hat ja etwas Ritualhaftes. Nach und nach kamen all diese Elemente zusammen. Eigentlich ist es also eine Idee, die sich über viele Jahre entwickelt hat.

Vili:
Und zu dieser Vision gehörten Partnerakrobatik und Tanz. Mein eigener Hintergrund beginnt schon im Alter von drei Jahren. Ich war sehr jung, als ich mit dem Tanzen angefangen habe. Meine Mutter erzählt immer lachend, dass mein Vater sie damals fragte: „Kaufst du unserem Jungen jetzt wirklich eine rosa Strumpfhose?“ Er war wohl etwas skeptisch.Meine Mutter sagte nur: „Warten wir doch ab, wie es ihm gefällt.“

Und mir gefiel es. Am Anfang waren da vielleicht ein oder zwei Jungen und 30 Mädchen.Später entstand in Kajaani eine Jungengruppe. Wir waren lange gemeinsam unterwegs, hatten unglaublich viel Spaß und sind miteinander groß geworden.Ich habe im Laufe der Jahre viele Tanzlehrer kennengelernt und überall in Finnland getanzt. Aber bei der Verbindung von Tanz und Akrobatik war ich oft enttäuscht. Häufig läuft es darauf hinaus: „Nehmen wir die kleinste Person der Gruppe und heben sie einmal hoch.“ Und es ist immer dasselbe.Das hat mich immer gestört. Es gibt schließlich eine Million verschiedene Möglichkeiten, einen Menschen zu heben und mit ihm etwas zu gestalten.

Irgendwann dachte ich: Okay, dann muss ich eben selbst anfangen, etwas zu entwickeln. Ich möchte den Leuten zeigen, dass man es auch anders machen kann. Das war meine Vision und mein Wunsch. Allerdings ist es lange her, dass ich wirklich auf einer Bühne gestanden und etwas gezeigt habe. Deshalb war für mich auch die Frage: Entfacht das wieder ein Feuer in mir?

Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass ich älter werde. Vielleicht ist jetzt der Moment, noch einmal richtig einzusteigen – oder es einfach nur zum Spaß zu machen. Im Moment bin ich wohl eher auf der Spaß-Seite. Aber wer weiß.

Frage:
Ist das gefährlich? Für mich sieht es ziemlich gefährlich aus.

Anniina:
Es kann potenziell gefährlich sein, wenn man unvorsichtig wird. Aber bei dem, was wir machen, spielt Vertrauen eine enorm wichtige Rolle. Wir haben oft über eine Art positive Vertrauensspirale gesprochen: Ich vertraue Vili als Basis, und er vertraut mir als „Flyer“, also als der Person, die gehoben wird.

Vili:
Das Vertrauen des einen stärkt das Vertrauen des anderen. Daraus entsteht eine positive Rückkopplung – und schließlich eine sehr starke Verbindung. Wenn man allerdings zu schnell vorgeht, kann etwas passieren, ein Unfall beispielsweise. Dann zerbricht dieses Vertrauen und Angst entsteht.Deshalb sind wir sehr langsam vorgegangen. Ich habe den Flyer nie dazu gedrängt, irgendetwas zu machen.

Frage:
Ihr habt diese Aufführung nur ein einziges Mal gezeigt? Warum?

Vili:
Unter anderem wegen der Verfügbarkeit von Valve …

Anniina:
Die Möglichkeiten dort waren begrenzt. Aber die ursprüngliche Idee war tatsächlich: Weil es sich um eine Art Ritual handelt, führen wir es ein einziges Mal auf. Für mich war nie vorgesehen, daraus viele Vorstellungen über mehrere Tage hinweg zu machen. Während des Entstehungsprozesses fühlte sich das einfach nicht richtig an.

Eigentlich ist es ziemlich verrückt, dass wir ein ganzes Jahr so viel arbeiten – nur für diesen einen einzigen Moment. Aber genau das fühlte sich richtig an. Dieser eine Moment war genug.

Nachdem wir es nun aufgeführt haben, hatten wir allerdings beide das Gefühl: Hey, vielleicht könnten wir es doch noch einmal machen. Vielleicht sogar öfter. Aber ursprünglich war mein Gedanke: Es passiert einmal an einem bestimmten Ort.

Frage:
Ich habe gelesen, dass es nicht zum offiziellen Programm von Oulu2026 gehört, sondern eher zu einer Art subkultureller Kulturhauptstadt? Was genau ist das?

Anniina:
Das ist ein Projekt der Oulu Underground Association. Im Mittelpunkt steht die Do-it-yourself-Mentalität. Es geht darum, Dinge aus Freude am Machen zu schaffen – nicht, weil man damit reich oder berühmt werden möchte. Im Vordergrund stehen die Freude am Schaffen und das Tun selbst. Dahinter stehen verschiedene Werte.

Vielleicht passt unser Projekt gerade deshalb so gut dazu. Ich habe für dieses Projekt drei verschiedene Förderanträge gestellt – und keinen einzigen Zuschuss bekommen. Es ist also viel stärker von Leidenschaft getragen. Man macht es, egal, ob es sich finanziell lohnt oder nicht. Das ist diese subkulturelle Idee: Man baut etwas selbst auf, von Grund auf.

Frage: Wie habt ihr die Handlung entwickelt: Woher kommt diese Geschichte mit dem Fuchs und dem Holzarbeiter?

Vili:
Ich überlege gerade, woher das eigentlich kam. Mein Großvater war Holzarbeiter beziehungsweise arbeitete mit Holz, und ich habe dabei auch an ihn gedacht und daran, was für ein Mensch er war. Mein Großvater hätte es überhaupt nicht gemocht, dass meine Figur trinkt, denn er selbst hat überhaupt keinen Alkohol getrunken. Ich selbst trinke ebenfalls so gut wie keinen Alkohol – vielleicht einmal ein Bier im Monat oder so.

Der Wald war von Anfang an der Ort, an dem wir die Aufführung ansiedeln wollten. Und das Holz beziehungsweise der Baumstamm war ebenfalls eine Art Hauptfigur. Also mussten wir überlegen: Wer könnte welche Figur sein? Und da sie sowieso überall gerne der Fuchs ist, war sofort klar: Okay, sie wird der Fuchs. Und ich bin eben der Mensch, der sie hebt. Also lag die Figur des Holzarbeiters nahe.

Dann kam die Idee mit dem Weltenbaum. Sie wollte natürlich den allergrößten Baumstamm haben, den man sich auf einer Bühne nur vorstellen kann. Und ich dachte: Moment mal! Wie sollen wir dieses Ding überhaupt bewegen und von einem Ort zum anderen transportieren?Und sie sagte: „Ich kriege das hin.“

Anniina:
Die Geschichte begann für mich tatsächlich mit meiner Arbeit mit den Bäumen. Und der Fuchs ist, wie Vili gesagt hat, schon lange meine Figur – oder vielleicht sogar eine Art Freund.

Die ursprüngliche Vision war ungefähr so: Der Fuchs reist am Weltenbaum entlang, um den Stern zu erreichen. Dann entwickelte sich Vilis Rolle als Holzfäller beziehungsweise Holzarbeiter weiter. Ursprünglich hatte ich dafür noch andere Ideen. Am Ende haben wir die einzelnen Teile gemeinsam zusammengesetzt – Vili, Emma, unsere Sängerin, und ich. Wir haben versucht, daraus eine schlüssige Geschichte zu machen, bei der ein Schritt zum nächsten führt. Einige Kernelemente waren mir von Anfang an wichtig. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für die persönliche Interpretation der Zuschauer.

Frage:
Und genau das finde ich interessant: Jeder kann in eurer Aufführung etwas anderes sehen und etwas anderes daraus mitnehmen. In der Mitte der Geschichte wirst du von ihm verletzt. Du gehst weg und kommst später wieder zurück. Ich habe die Bedeutung dieser Szene nicht ganz verstanden. Warum wurdest du verletzt? Durch ihn – oder wodurch?

Anniina:
Sagen wir: Es war ein Unfall. Wir wurden unvorsichtig. Wir waren zu begeistert – und dann scheiterten wir.

Vili:
Und genau so kann man sich auch bei Partnerakrobatik verletzen. Man wird unvorsichtig, ist zu aufgeregt, konzentriert sich nicht mehr richtig, kommuniziert nicht mehr miteinander. Der gemeinsame Rhythmus geht verloren – und plötzlich passiert etwas. Diese Szene zeigt also, was passieren kann, wenn man bei Partnerakrobatik unachtsam wird.

Interessanterweise ist es gar nicht so einfach, absichtlich ein Scheitern zu choreografieren – und zwar so, dass es sicher bleibt. Wir mussten überlegen: Welchen Trick nehmen wir? Wie können wir so scheitern, wie wir scheitern wollen? Wir haben uns schließlich für einen Wurf entschieden, der „Cannonball“ heißt.

Ich war besonders zufrieden damit, wie wir die Grenze gezogen haben: Welche Tricks können und wollen wir in der Aufführung tatsächlich zeigen? Unser akrobatisches Können liegt teilweise deutlich höher. Aber wenn man vor Publikum auftritt, muss man den Schwierigkeitsgrad reduzieren, damit es sicher ist und man absolut sicher sein kann, dass es funktioniert. Für uns lag die Aufführung deshalb genau an dieser Grenze.

In der Zirkusschule können wir natürlich schwierigere und verrücktere Sachen machen. Dort gibt es Sicherungen und Menschen, die aufpassen.Aber wenn du auf die Bühne gehst und weder Spotter noch Sicherheitsnetz hast, musst du hundertprozentig in der Lage sein, das zu beherrschen.

Anniina:
Wir mussten sicher sein, dass wir es schaffen.

Vili:
Genau. Darauf bin ich tatsächlich ein bisschen stolz.

Performance Vili Vornanen & Anniina Haapalainen. Tähtikämmen in Valve, Oulu. Foto: Tarja Prüss
Performance in Oulu: Anniina und Vili
tarja prüss

Wer schreibt auf Tarjas Blog?

Tarja Prüss ist deutsch-finnische Journalistin, Autorin und Finnlandexpertin mit familiären Wurzeln in Oulu. Sie schreibt für verschiedene Medien, ist in ARD, SWR und Kultursendern zu Gast und hält Vorträge sowie Lesungen über Finnlands Glücksgeheimnis, Natur und Kultur. Manchmal ist sie auch als Reiseleiterin unterwegs in Finnland. Auf ihrem Blog teilt sie persönliche Einblicke, Reisetipps und Hintergründe – fundiert, inspirierend und authentisch. Sie liebt Kaffee, Tretschlitten und Lakritz.

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