Tuure Kilpeläinen FOTO: © Tarja Prüss

Kaiho-music: Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani auf Tournee

Wenn der Wind im Herbst über die nassen Straßen fegt und ein Blatt vom Boden hoch weht und mit sich trägt, eine Weile lang, dieses Blatt, das sich lange vorher von seinem Baum gelöst hatte und regungslos am Boden lag – dieses Blatt kreiselt nun vom Wind angetrieben vorwärts, dreht sich um sich selbst, höher und höher, mal schneller, mal langsamer, lässt sich treiben und fortziehen – und schwebt und kreiselt und spürt den Wind und die Luft und fühlt sich so frei und ungebunden und lebendig – und fällt irgendwann und irgendwo wieder sanft zu Boden, kommt zur Ruhe und liegt friedlich da, als wäre es schon immer da gelegen.

Karawane der Sehnsucht

So ähnlich ist es mit der Musik von Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani. Kaihon Karavaani bedeutet Karawane der Sehnsucht und diese Karawane ist unterwegs. Das spürt man ganz deutlich. In jedem Song. In jeder Note. In jedem Vers. Als ob man von der Musik fortgetragen wird zu allen Sehnsuchtsorten dieser Welt. …hey, komm mit, spring auf,  geh ein Stück des Weges mit…begleite uns und freu dich an dem, was du alles zu sehen und zu fühlen bekommst.

 

Tuure Kilpeläinen FOTO: © Tarja Prüss
Tuure Kilpeläinen FOTO: © Tarja Prüss

Ein Konzert von Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani ist somit auch eine Reise. Eine Reise ins Ungewisse, in ein unbekanntes Land, Neuland. Eine Reise bestehend aus Takten, Rhythmen und Notenfolgen. Eine Reise, auf die man sich unbedingt einlassen sollte, auch wenn man kein Wort versteht.

Poesie & Sehnsucht

Denn Tuure singt ausschließlich in seiner Muttersprache Finnisch. Eine Sprache der vielen ä’s und i’s, der -lla’s und -stä’s. Eine Sprache, die rund 40 verschiedene Wörter für Schnee kennt, aber nur wenige für Liebe. Auch eine Art Geheimsprache, schließlich sprechen sie nur rund 5,5 Millionen Menschen.

Wenn er die Einsamkeit wie einen guten Freund besingt, der immer für ihn da ist, der da ist, wenn alle anderen längst gegangen sind, wenn alle Tische abgeräumt und die Lichter ausgegangen sind.


Wenn er von den Lichttropfen singt, die wir alle brauchen zum Überleben in dieser dunklen Welt, dieser dunklen Jahreszeit.

Sommer Festivals Finnland 2017 - Tuure Kilpeläinen & kaihon Karavaani

Wenn er davon singt, dass das Leben wie ein Schiff ist. Und die Lichter des Hafens glänzen  und in ein unbekanntes Land weisen.

Oder wenn er die Freundschaft besingt und die Kraft, die von ihr ausgeht.

Die Texte sind Poesie – lyrisch und lautmalerisch.

„Me olemme maassa maan tavalla viidellä puolella miljoonalla tavalla tai toisella olla.“

Man muss diesen Satz nur mal laut lesen, dann versteht man, was ich meine. Wie wichtig die Texte sind, zeigt sich auch daran, dass sie ein Gedicht des finnischen Dichters Eino Leino (1878-1926) vertont haben. Ein Schriftsteller, der untrennbar mit der finnischen Nationalkultur verbunden ist.

Aber es tut dem Erlebnis keinen Abbruch, wenn man sie nicht versteht. Man bekommt die Stimmungen, die Gefühle, die Intentionen über die Musik vermittelt.

Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani ©Foto: Tarja Prüss
Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani

Magie & Begeisterung

Die Magie der Band lässt sich nur schwerlich in Worte fassen. Klar, sie harmoniert perfekt – die jeweiligen Instrumente ergänzen und unterstützen sich, ohne sich die jeweilige Eigenständigkeit streitig zu machen. Die klugen Kompositionen, die ausgefeilten Rhythmen und die langjährige Live-Erfahrung. Doch das allein erklärt nicht die Magie.

Die Spielfreude der Jungs ist zu greifen und dieser Funke springt über und breitet sich aus wie ein Lauffeuer. Der Funke ergießt sich über alle Reihen in dem großen Konzertsaal und gleitet in alle Gliedmaßen, sodass keiner mehr stillsitzen bleiben kann. Alles wippt und swingt, und irgendwann hält es niemanden mehr auf den Stühlen.

Neben der Spielfreude und Begeisterung und Leidenschaft für die Musik spürt man aber auch: dass, was die Jungs da oben auf der Bühne verbindet, ist weit mehr als nur die Musik.

KAIHO

„Kaiho“ ist und bleibt trotz aller Versuche eine unübersetzbares Wort. Es beschreibt eine Art Sehnsucht – eine Sehnsucht nach etwas, von dem man nicht genau weiß, was es ist. Eine undefinierbare, unbestimmte Sehnsucht…

Am Ende des Konzerts fühlt man sich ein bisschen wie das Blatt. Das Blatt im Wind, das fortgetragen wurde.  – angefüllt von neuen Erlebnissen…man schwebt noch eine ganze Zeit lang und landet irgendwie woanders. Man ist nicht mehr dieselbe, nicht mehr derselbe. Die Musik macht was mit einem. Verzaubert einen. Gibt einem Kraft und Zuversicht. Lässt einen Träumen. Und lässt einen sanft zurückgleiten: voller Glück und Sehnsucht. Kaiho.

Homepage:

www.tuurekilpelainen.fi

Youtube:

– „Laiva

„Hymyilevä Apollo“ 

„Kapalikkö Teaser“

To watch the gallery: click on the photos…

Kaiho-music: Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani on Tour

When the wind in autumn sweeps over the wet roads and blows up a leaf from the ground and carries with it a while, this leaf that had long ago released from his tree and lay blendly on the ground. Driven by the wind this leaf spins now forward, rotates around itself, higher and higher, faster or slower, drifts and move away – and floats and spins and feel the wind and the air feels so free and unfettered and alive – and falls sometime and somewhere again gently to the ground, comes to rest and feels peaceful there, as if it had always located there.

Caravan on the road

It is similar with the music of Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani. Kaihon Karavaani means caravan of longing and this caravan is on the way. You can feel it. In each song. In each note. In each verse. Like you are carried away by the music at all longing places in the world. … hey, come on, jump up and take this way … join us and look forward to what you get to see and feel.

Thus a concert of Tuure Kilpeläinen & Kaihon Karavaani is also a journey. A journey into the unknown, into an unknown country, new land. A trip consisting of cycles, rhythms and sequences of notes. A journey that you should definitely get involved, even if you don’t understand a word.

Poetry & Longing

Tuure sings only in his native Finnish. A language of many ä’s and i’s, the -lla’s and -stä’s. A language that knows about 40 different words for snow, but only a few for love. Also a kind of secret language, after all, spoken by only about 5.5 million people.

When he sings of loneliness as a good friend who’s always by his side, when all others are long gone, when all the clearing up and the lights are out.

When he sings of drops of light that we all need to survive in this dark world, this dark season. When he sings, that life is like a ship. And the lights of the harbor shine and show in an unknown land. Or when he sings about friendship and the power that comes from it.

The lyrics are poetry – lyric and onomatopoeic.

„Me Olemme maassa maan tavalla viidellä puolella miljoonalla tavalla tai toisella olla.“

If you just read this sentence loud, you will understand what I mean. How important the lyrics are, evidenced by the fact that they have set a poem by the Finnish poet Eino Leino (1878-1926) into music. A writer who is inseparable from the Finnish national culture.

But it doesn’t detract from the experience, if you don’t understand any word. You get the moods, feelings, intentions over the music – anyway!

Magic & enthusiasm

The magic of the band can hardly be summed up in words. Sure, it blends perfectly – complement the instruments and support each other without making the respective autonomy dispute. The clever compositions, sophisticated rhythms and years of live experience. But that alone doesn’t explain the magic.

The enthusiasm of the guys is to grab and this spark ignites and spreads like wildfire. The spark pours over all rows in the large concert hall and slides in all limbs, so that no one can remain sitting still. Everyone sways and swings, and at some point they jump for joy and from the seats.

In addition to the joy and enthusiasm and passion for the music, you also feel: what the guys on stage connects is far more than just the music.

Kaiho

„Kaiho“ is and remains a untranslatable word, despite all attempts. It describes a kind of longing – a longing for something that you do even not know what it is and can’t describe. An indefinable, indefinite longing …

At the end of the concert, it feels a bit like the leaf. The leaf in the wind, which was carried away. – Replete with new experiences … you still hovers for a while and somehow ends up somewhere else. It is not the same, not anymore the same. The music changes something. Bewitching. Gives strength and confidence. Let it be, let it dream. And leaves a gentle glide back: full of happiness and longing. Kaiho.

LINKS:

http://www.tuurekilpelainen.fi

http://www.kaihorepublic.com

 


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