Helsinki im Winter: Eine Stadt in Weiß

Jetzt bin ich schon drei Tage hier in Helsinki und finde immer noch die passenden Worte für das, was ich empfinde. Im Anflug auf Helsinki im Winter fing mein Herz an zu pochen – und seitdem hüpft es mehr oder minder unkontrolliert umher.

Helsinki im Winter

Auf dem Weg ins Zentrum fängt es sogleich stärker an zu hüpfen, als  ich das erste Mal den Dom, das Wahrzeichen der Stadt erblicke. Er funkelt mit all dem Schnee um sich herum um die Wette und strahlt eine kühle und zugleich freundliche Erhabenheit aus. Die Stufen, die zum Dom führen, sehe ich das erste Mal so richtig zugeschneit.

Helsinki im Winter: Dom im Schnee © Tarja PrüssHelsinki im Winter, das ist eine Stadt in weiß – die Bäume, die Straßen, die Dächer, alles weiß. Die Gehwege glitzern in der Sonne, die schräg über dem Horizont steht. Und bei jedem Schritt knirscht es laut unter den Schuhen – krrrrrsch….krrrsssch. In einem kleinen Park packt ein Junge seinen Plastikschlitten voller Schnee. Schneemänner kann man mit diesem Pulverschnee leider nicht bauen.  Nicht mal eine Schneeballschlacht kann man damit veranstalten.

Helsinki: verschneite Statue„Mama, guck, wie viel Eis hier ist,“ ruft ein kleines Mädchen aus, um gleich darauf genau darauf auszurutschen. Mama bleibt cool. Was bleibt einem auch anderes übrig bei dem Wetter.  Alle sind dick eingemummelt. Mützen, Schals, Handschuhe, Schneehosen, Schneeboots, Daunenjacken, Kapuzen. Bei manchen gucken nur noch die Augen heraus.

In Deutschland würde der Bauhof n Vogel kriegen und ohne Unterlass versuchen, das Weiß von der Straße zu kratzen, koste es, was es wolle. Und tonnenweise mit Streusalz um sich werfen. Hier wird der Schnee – wo nötig – einfach zusammengeschoben und bleibt ansonsten einfach liegen. So manche Autoreifen drehen beim Anfahren an der Ampel erst mal durch, bevor sie wieder Grip kriegen. Ansonsten läuft alles normal.

Helsinki im Winter: Schneeberge

Ok, da gibt es diese drei bis vier Meter hohen Schneeberge, die die Kinder zum Rodeln und die Touristen für einzigartige Selfies nutzen. Und ab un zu sieht man vollbeladene LKWs, die den Schnee aus der Stadt bringen. Falls noch mehr kommt. Und beim Straße überqueren muss man erst einmal über kleine Schneeberge hüpfen oder herausfinden, wo der Gehweg endet und die Straße beginnt.

Helsinki im Winter: zugefrorene Ostsee

Mich zieht es ans Meer. Ich will sehen, was die klirrende Kälte, die die Stadt seit Tagen umgibt, mit der Ostsee macht. Doch das Wasser scheint verschwunden. Wie Ebbe an der Nordsee. Stattdessen eine dicke Eis- und Schneeschicht. Den Hafen für Boote haben bereits die Fußgänger in Beschlag genommen. Die Menschen schlendern genau da, wo sonst Segelboote rum schippern. Ein seltsamer Anblick.

hki12 (1 von 1)

Dickes Eis am Ufer, aber nicht überall restlos gefroren. Manche Eisschollen treiben frei und haben sich noch nicht ergeben.  Doch der Großteil ist fest erstarrt. Wie ich, wenn ich mich nicht ständig bewege. Denn wir haben minus 12 Grad und sobald die Sonne untergeht, wird es schlagartig noch kälter.  Und das passiert bereits vor 16 Uhr am Nachmittag. Dabei ist sie erst nach 9 Uhr aufgegangen. Naja, immerhin fast sieben Stunden Tageslicht.

250 Fotos später suche ich Zuflucht ich in einem Café – was für ein unfassbar angenehmes Gefühl, wenn warme Luft die Wangen und die Nase berührt, langsam eindringt in tiefere Hauschichten und die Lippen wieder Gefühl bekommen. Wenn die Finger aus ihrer Starre zurückkehren und wieder einen Stift halten können. Und trotzdem möchte ich nicht eine Sekunde missen. Nicht eine.

Helsinki im Winter: Sunset

Mehr Impressionen aus Helsinki gibt es in meiner Helsinki Galerie !

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12 Kommentare zu Helsinki im Winter: Eine Stadt in Weiß

  1. Arctica sagt:

    Bei uns kommen Nachts immer Lastwagen und klauen unsere schönen Schneeberge! Aber auf der Straße ist zum Glück trotzdem noch weiß, man kann halt nur nicht sehen, wieviel es wirklich schon geschneit hat. Genieß deinen Aufenthalt noch!

  2. Dieter sagt:

    Dein Bericht und Deine Winterbilder aus Helsinki haben uns
    beeindruckt. Winter, wie man sich ihn vorstellt, mit Schnee und Kälte
    Wir haben mittlerweile auch Schnee, aber natürlich nur ein wenig.
    Gruß Gerlinde und Dieter

  3. Dieckmannn sagt:

    Hallo Tarja Kulta,
    Schöne Geschichte…du hast viel Freude wie es ausieht…schön.
    Lg Bernd

  4. Hallo Tarja.
    Ich bin froh, Deinen Blog gefunden zu haben.
    Nächste Woche fliegen wir zum zweiten Mal nach Lappland und freuen uns schon sehr darauf.
    Bei unserem ersten Finnlandurlaub im letzten Jahr war Helsinki (zumindest der Flughafen) schneefrei und sehr matschig.
    Die Wartezeit bis zum Abflug nächste Woche habe ich mir mit Deinem Blog vertrieben. Vorfreude ist schön.
    Viele Grüße,
    Matthias & Manuela

    • Tarja sagt:

      Hallo Matthias,
      oh wie schön – Lappland im Winter ist einzigartig! Wo genau gehts denn hin??? Helsinki ist im Moment ’schneesicher‘ …für die nächsten Tage sind weitere Schneefälle angesagt. Wünsch euch schon mal einen wunderbaren Urlaub!!! herzlich, tarja

      • Matthias sagt:

        Ich weiß gar nicht, wie wir drauf gekommen sind.
        Irgendwann hatten wir bei unserer Recherche über Finnisch Lappland den Ort Äkäslompolo gefunden und es war wirklich eine gute Wahl. Sicher gibt es noch andere schöne Orte in Lappland, aber Äkäslompolo hat alles, was wir wollen und brauchen.
        Gruß,
        Matthias

        • Tarja sagt:

          …wunderbar! Und was für ein Zufall! Da war ich vergangenen Winter auch! Ich wünsch euch ganz viel Spaß, gute Erholung, einzigartige und spannende Momente dort.

  5. Birgit Hackspiel sagt:

    liebe Grüße nach Finnland! Ich freu mich schon auf deine Erzählungen

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